3 BDSG a.F. Kommentar Absatz 1 Beispiele: Unterschied zwischen den Versionen

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====E-Mail-Adressen====
====E-Mail-Adressen====
E-Mail-Adressen vermitteln, wenn der Inhaber eine natürliche Person ist, in der Regel den Personenbezug. Durch ihre bisherige Verwendung im Rahmen der E-Mail-Kommunikation und durch Bekanntgabe auf Briefbögen, Visitenkarten etc. ist der Inhaber einer gegebenen E-Mail-Adresse oft vielen Personen bekannt. Auch bei Verwendung einer falschen, fremden E-Mail-Adresse („Maskerade“) kann der Absender mit Hilfe der IP-Nummer des absendenden Rechners bestimmbar sein). Bei Absendung in einem Internet-Café oder über einen Remailing-System kann die Zuordnung zu einem bestimmtem Nutzer allenfalls über bei diesen vorhandene Daten erfolgen; für Dritte fehlt in der Regel der Personenbezug. Inhaltsinformationen aus E-Mails können über die E-Mail-Adressen den Beteiligten zugeordnet werden. Hat der Inhaber seinen E-Mail-Account einer anderen Person überlassen, etwa Bekannten oder mehreren Mitarbeitern, so sind die Daten dem Inhaber zuzurechnen; dem tatsächlichen Benutzer nur, soweit der Inhaber die Zuordnung tatsächlich vornehmen kann und rechtmäßig mitteilen darf, oder an Hand identifizierender Inhaltsdaten.
E-Mail-Adressen vermitteln, wenn der Inhaber eine natürliche Person ist, in der Regel den Personenbezug. Durch ihre bisherige Verwendung im Rahmen der E-Mail-Kommunikation und durch Bekanntgabe auf Briefbögen, Visitenkarten etc. ist der Inhaber einer gegebenen E-Mail-Adresse oft vielen Personen bekannt. Auch bei Verwendung einer falschen, fremden E-Mail-Adresse („Maskerade“) kann der Absender mit Hilfe der IP-Nummer des absendenden Rechners bestimmbar sein). Bei Absendung in einem Internet-Café oder über ein Remailing-System kann die Zuordnung zu einem bestimmtem Nutzer allenfalls über bei diesen vorhandene Daten erfolgen; für Dritte fehlt in der Regel der Personenbezug. Inhaltsinformationen aus E-Mails können über die E-Mail-Adressen den Beteiligten zugeordnet werden. Hat der Inhaber seinen E-Mail-Account einer anderen Person überlassen, etwa Bekannten oder mehreren Mitarbeitern, so sind die Daten dem Inhaber zuzurechnen; dem tatsächlichen Benutzer nur, soweit der Inhaber die Zuordnung tatsächlich vornehmen kann und rechtmäßig mitteilen darf, oder an Hand identifizierender Inhaltsdaten.


====IP-Adressen====
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====RFID====
====RFID====
[[RFID]] („radio-frequency identification“) Tags (Funkchips) können je nach Inhalt und Kontext personenbezogene Daten vermitteln. Sie bestehen aus einem Mikrochip und einer Empfangs-/Sende-Antenne für Funk oder Radar. Der Chip enthält eine Vicinity Integrated Circuit Card (ViCC) mit einer weltweit eindeutigen Kennung (Unique Identifier, UID, Elektronischer Produktcode, EPC) und optional einen Speicher für weitere Daten, evtl. mit permanenter Schreibfunktion („aktive“, andernfalls „ Ein mit einer Ware verbundener RFID Tag, der selbst nur eine Waren-Identifikation und/oder warenbezogene Daten enthält, vermittelt personenbezogene Daten ihres Inhabers/Besitzers, sobald er unter Bedingungen gelesen wird, die eine Verknüpfung mit dessen Person erlauben, so bei Verbindung mit diese identifizierenden Daten etwa aus einer Kunden- oder Zahlungskarte beim Kassieren oder beim Lesen während ihrer körperlichen Anwesenheit.
[[RFID]] („radio-frequency identification“) Tags (Funkchips) können je nach Inhalt und Kontext personenbezogene Daten vermitteln. Sie bestehen aus einem Mikrochip und einer Empfangs-/Sende-Antenne für Funk oder Radar. Der Chip enthält eine Vicinity Integrated Circuit Card (ViCC) mit einer weltweit eindeutigen Kennung (Unique Identifier (UID), Elektronischer Produktcode (EPC)) und optional einen Speicher für weitere Daten, evtl. mit permanenter Schreibfunktion („aktive“, andernfalls „ Ein mit einer Ware verbundener RFID Tag, der selbst nur eine Waren-Identifikation und/oder warenbezogene Daten enthält, vermittelt personenbezogene Daten ihres Inhabers/Besitzers, sobald er unter Bedingungen gelesen wird, die eine Verknüpfung mit dessen Person erlauben, so bei Verbindung mit diese identifizierenden Daten etwa aus einer Kunden- oder Zahlungskarte beim Kassieren oder beim Lesen während ihrer körperlichen Anwesenheit.


====Scoring-Wert====
====Scoring-Wert====
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====Genetische Daten====
====Genetische Daten====
Die genetischen Daten, die durch DNA-Analyse aus menschlichem Zellmaterial gewonnen werden können, umfassen sowohl beschreibende Daten, indem sie genetische Veranlagung ihres Trägers codieren, als auch Elemente, die aufgrund ihrer (praktischen) Einzigartigkeit als Identifikationsmerkmale verwendet werden können („genetischer Fingerabdruck“). Genetische Daten sind im doppelten Wortsinn „geborene“ personenbezogene Daten. Auch andere '''biometrische Merkmale''' können je nach technischem Konzept selbst bei sehr großen Grundgesamtheiten eine eindeutige Identifikation leisten. Die Personenbeziehbarkeit ist zu bejahen, auch wenn der Träger zunächst nicht namentlich bekannt ist. Es genügt, dass er durch Vergleich ermittelt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass genetische und biometrische Daten typischerweise zugänglich und reproduzierbar sind. Biometrische Daten sind ausnahmsweise für Dritte und auch für die verantwortliche Stelle nicht per se personenbezogen, wenn sie nur als Template, d. h. als strukturierte Reduktion eines Abbilds, oder nur in chiffrierter Form vorliegen und weder die Ursprungsinformation zurück gewonnen werden kann noch durch Verknüpfung mit anderen Daten ein Personenbezug herstellbar ist.  
Die genetischen Daten, die durch DNA-Analyse aus menschlichem Zellmaterial gewonnen werden können, umfassen sowohl beschreibende Daten, indem sie genetische Veranlagung ihres Trägers codieren, als auch Elemente, die aufgrund ihrer (praktischen) Einzigartigkeit als Identifikationsmerkmale verwendet werden können („genetischer Fingerabdruck“). Genetische Daten sind im doppelten Wortsinn „geborene“ personenbezogene Daten. Auch andere '''biometrische Merkmale''' können je nach technischem Konzept selbst bei sehr großen Grundgesamtheiten eine eindeutige Identifikation leisten. Die Personenbeziehbarkeit ist zu bejahen, auch wenn der Träger zunächst nicht namentlich bekannt ist. Es genügt, dass er durch Vergleich ermittelt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass genetische und biometrische Daten typischerweise zugänglich und reproduzierbar sind. Biometrische Daten sind ausnahmsweise für Dritte und auch für die verantwortliche Stelle nicht per se personenbezogen, wenn sie nur als Template, d.h. als strukturierte Reduktion eines Abbildes, oder nur in chiffrierter Form vorliegen und weder die Ursprungsinformation zurück gewonnen werden kann noch durch Verknüpfung mit anderen Daten ein Personenbezug herstellbar ist.


Menschliches Zellmaterial und sonstiges Biomaterial wird erst mit der Aufnahme zum Zweck der Untersuchung zur „Angabe“.
Menschliches Zellmaterial und sonstiges Biomaterial wird erst mit der Aufnahme zum Zweck der Untersuchung zur „Angabe“.

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